Bio-Honig oder konventionell – Was macht den Unterschied

Haben Sie sich auch schon gefragt, was hinter dem Begriff BIO-Honig wirklich steckt? Immerhin ist nicht kontrollierbar, wo Bienen ihre Pollen sammeln, oder doch? Und was ist der Unterschied zwischen dem Honig vom Bio-Imker und konventioneller Herstellung? 

Wenn man bedenkt, dass eine Biene für ein Glas Honig rein rechnerisch 1,5 Mal um die Erde fliegen muss, sucht sie sich vielleicht den bequemeren und weniger anstrengenderen Weg in der Nähe ihres Bienenstockes. Und das ist auch tatsächlich so, denn ihr Flugradius liegt bei etwa drei Kilometer, wobei die durchschnittliche Strecke für den Hin- und Rückflug bei 500 bis 1000 Meter liegt. Je nachdem ob sie genug Nahrungsquellen vorfindet, ist ihr natürlich je näher desto lieber. Bio-ImkerInnen achten daher darauf (und sind per Gesetz sogar dazu verpflichtet), dass sie die Bienenstöcke in der Nähe von Bioflächen platzieren. Das schließt auch aus, dass die Bienenvölker auf konventionell bewirtschaftete Flächen gebracht werden, wo Schädlinge mit aggressiven Mitteln bekämpft werden. 

Kann Bio-Honig tatsächlich Bio sein und was macht den Unterschied zu konventionellem Honig? 

Konventionell gewonnener Honig stammt oft aus bewirtschafteten Regionen, wo Schädlinge mit aggressiven Mitteln bekämpft werden. Bio-ImkerInnen hingegen setzen auf organische Schädlingsbekämpfung und achten daher besonders auf den Standort. Eine EU-Richtlinie schreibt zudem vor, dass die Bio-Imkerei gegen Schädlinge nicht mit Medikamenten und aggressiven Schädlingsbekämpfungsmitteln vorgehen darf. Als besonders gefürchteter Schädling gilt die Varroamilbe, die oft ganze Bienenvölker auslöscht. Um einen Befall mit der Varroamilbe zu bekämpfen dürfen in der Bio-Imkerei nur organische Säuren, wie Ameisensäure, eingesetzt werden.  

Da im Winter meist zugefüttert werden muss, verwendet hier die Bio-Imkerei zuerst eigenen Honig und sollte das nicht reichen, muss es Biozucker sein. Konventionell wird meist der gesamte Honig geerntet und die Bienen müssen sich ausschließlich von Zuckerwasser ernähren. Wenn man nun weiß, dass Honig eine besonders antibakterielle Wirkung hat, die für das Bienenvolk lebenswichtig ist, kann man sich vorstellen, dass Zuckerwasser das in keinster Form bieten kann.  

Was uns KonsumentInnen vermutlich weniger bekannt ist, dass konventionell bei den Bienenstöcken (Beuten) schadstoffhältige Farben oder Styropor verwendet wird, dies vor allem aus praktischen Gründen weil  vor Honig triefende Waben richtig schwer sein können. Das ist in der Bio-Imkerei völlig verpönt, denn laut Victor Hernández, Betreiber der Imkerei Kassler Stadthonig“  geht es immer darum, eine naturnahe Behausung zu schaffen.Daher sind Kunststoffbeuten verboten und wenn ein Anstrich nötig ist, dann nur mit Leinöl. Auch bei der Reinigung von Bienenstöcken kann so manches falsch gemacht werden. Bio-ImkerInnen verzichten auch hier auf Chemikalien und reinigen bevorzugt nur mit Wasser.1 

Was auch weniger bekannt sein dürfte ist, dass bei konventioneller Imkerei der Bienenkönigin ein Flügel gestutzt wird, damit sie nicht abheben kann, wenn das Volk schwärmen will und es so leichter einzufangen ist. Das passiert dann, wenn ein besonders starkes Volk sich teilt und als neues Volk ausschwärmt, was genau dann passiert wenn genug Nahrung vorhanden ist. Dadurch bliebe dem Imker nur ein geschwächtes Volk mit einem geringeren Honigertrag. Das wird in der Bio-Imkerei durch Beobachtung gelöst indem etwa verhindert wird, dass junge konkurrierende Königinnen schlüpfen. Außerdem verbieten Biorichtlinien jegliche Art von Verstümmelung2 

Es gibt also jede Menge an Unterschied zwischen konventionellem Honig und Bio-Honig. Es lohnt sich daher in jedem Fall, sich für Bio-Honig zu entscheiden – abgesehen vom eindeutig besseren Geschmack und natürlich der höheren Qualität – den Bienen zuliebe! 

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